SerCHo-Technologie
Mit intelligenten Assistenten zur Heimautomatisierung für jedermann
Die technologische Basis des Innovationszentrums bilden die Ergebnisse des vom BMWi geförderten Technologievorhabens SerCHo, das inzwischen erfolgreich beendet wurde. Bei SerCHo wurde ein ganz neuer Ansatz zur anwendungs- und netzwerkübergreifenden Vernetzung von Endgeräten entwickelt, sogenannte softwarebasierte „persönliche“ Assistenten bzw. „digitale Butler“. Grundlage dieses Ansatzes ist die Erkenntnis, dass die Vielfalt heutiger Bedienkonzepte für Geräte und immer neue Steuerungsfunktionen die Nutzer immer stärker überfordert. Außerdem ist die Kommunikation von Geräten unterschiedlicher Hersteller untereinander oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. Mit dem Konzept des digitalen Butlers können diese Barrieren überwunden werden. Sie sorgen als digitale Dienste dafür, dass beispielsweise der Herd auch vom Fernsehen im Wohnzimmer aus überwacht und bedient werden kann. Der digitale Butler besitzt dazu das Wissen über die Eigenschaften und Steuerungsbefehle der bereitstehenden Geräte. Außerdem kennt der digitale Butler die verfügbaren Kommunikationskanäle im Haushalt, über die die jeweiligen Endgeräte angesprochen werden können. So kann ein Butler auch Geräte verbinden, die über unterschiedliche Netzwerke wie EIB-Bus, WLAN oder Powerline adressiert werden. Wird ein Gerät ausgetauscht, ändert sich an der Bedienung aus Sicht des Nutzers quasi nichts.
Einfache Integration von Endgeräten in das SerCHo-Netzwerk für Gerätehersteller
Wichtigste Neuerung beim SerCHo-Ansatz: Geräteherstellern und Dienstanbietern eröffnet SerCHo eine einfache Möglichkeit, eigene Assistenten bzw. Dienste zu entwickeln und in das SerCHo-Netzwerk zu integrieren. Durch die Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten eigener Produkte kann Verbrauchern ein unmittelbarer Mehrwert geboten werden. Für Anbieter können sich auf diese Weise neue und zukunftsweisende Marktchancen ergeben.
Intelligente Technik macht mehr aus Ihrem Gerät
Damit Softwareentwickler oder Gerätehersteller neue Assistenten entwickeln können, wird ihnen eine Software-Toolbox zur Verfügung gestellt, die als Baukasten konzipiert ist. Enthalten sind bereits zahlreiche vorgefertigte Komponenten zur Ansteuerung von Geräten vieler Hersteller, die bereits „SerCHo-ready“ sind. Auf diese Weise können Hersteller ihre Geräte um zusätzliche Funktionalitäten erweitern und somit das Potenzial der Vernetzung ausschöpfen. Unterstützt werden bereits alle wichtigen Kommunikationsstandards (u. a. European Installation Bus/Konnex, Wireless LAN, Universal Plug and Play, digitalSTROM). Die Kompatibilität zu SerCHo wird bei der Entwicklung von neuen Diensten durch die sogenannte „Easy Service Creation Suite“ (ESCS) erreicht. Zur einfachen Anwendung kann die ESCS unmittelbar in existierende Entwicklungsumgebungen integriert werden. Die ESCS ermöglicht die schnelle und einfache Entwicklung neuer Dienste. Diese werden in Form von einzelnen Serviceblöcken strukturiert, den Teilfunktionalitäten des Dienstes. Bereits entwickelte Serviceblöcke werden in einer Art Baukasten für zukünftige Anwendungen gesammelt, um Doppelarbeit zu vermeiden. Von hier aus können sie in ursprünglicher oder modifizierter Form in neu zu erstellende Dienste integriert werden. Wichtig ist vor allem, dass die Bedienung der ESCS kein tiefergehendes IT-Know-how erfordert. Die grafisch orientierte Programmieroberfläche ermöglicht auch weniger technisch Versierten die Entwicklung und Umsetzung neuer Serviceideen. Die ESCS wendet sich deshalb in den verschiedenen Branchen und Herstellerunternehmen unmittelbar an die Dienstentwickler selbst.
Bereitstellung von Diensten
Aber nicht nur die Dienstentwicklung, sondern vor allem auch die Bereitstellung entsprechender Assistenten für den praktischen Betrieb ist Gegenstand des SerCHo-Konzepts. Die sogenannte Service-Provider-Plattform (SPP) bietet dabei (kommerziellen) Anbietern die erforderliche Unterstützung für die Einrichtung, Vermarktung (z. B. Softwarebereitstellung, Abrechnung) und Wartung entsprechender SerCHo-Dienste im vernetzten Heim. Im vernetzten Heim bildet die Home-Service-Plattform (HSP) die Schaltzentrale für den Bewohner und macht ihn so zum Systemintegrator. Bei der HSP handelt es sich um eine Softwarelösung, die idealerweise z. B. Bestandteil eines Routers sein kann. Sie enthält letztlich alle notwendigen Informationen über die im Heim verfügbaren Netzwerke und Geräte sowie die Logik der digitalen Assistenten zur Realisierung gewünschter Dienste. Zur Inanspruchnahme neuer Dienste können Nutzer beispielsweise mittels der HSP die notwendige Software von einem entsprechenden Anbieter (nach-) laden. Für weitergehende Dienstangebote, die z. B. im Telekommunikationsbereich über die Grenzen des Heimnetzwerks hinausgehen, könnten Nutzer entsprechende Serviceverträge wie mit Anbietern abschließen. In diesem Fall bilden die SPP des Anbieters und die HSP des Nutzers das nötige Bindeglied zur Realisierung des gewünschten Dienstes.
