Session III „Connected Energy“
Thema: Wer profitiert vom Energiemanagement in Haushalten? Welche Lücken in der Wertschöpfungskette müssen noch geschlossen werden?
Impulsstatements
- Dr. Frank Bormann, Orga Systems GmbH
- Wer profitiert:
- Der Bewohner: Gleicher Komfort bei sinkendem Verbrauch, Steigerung des Energie-Umweltbewusstseins
- Der Anbieter/Lieferant: Optimierung bei Beschaffung und Abrechnung von Energie, Teilung (Minimierung) von Preisrisiken, Erhöhte Kundenbindung (Umsatz) durch Mehrwertdienste
- Welche Lücken?
- Automatisierung von Heimanwendungen
- Übertragungstechnologie und Protokolle müssen Standardisiert werden (Plug and Play)
- Rechnungsvorschau (sofort) und monatliche Abrechnung müssen vorhanden sein und übereinstimmen
- Kundenzufriedenheit sichern
- Wer profitiert:
- Michael Wedler, B.A.U.M. Consult GmbH, E-Energy Begleitforschung
- E-Energy Modellregionen betrachten das gesamte Smart-Grid-System, Vorstellung der Akteure
- Transformation der Wertschöpfungskette
- Kernpunkt eher die Integration von Erneuerbaren Energien, weniger das Smart Home
- Kann Notwendigkeit zum Infrastruktur-Ausbau durch Smart Grid verringert werden?
- Rolle der Heimvernetzung
- Kernelement Smart Meter, Schnittstelle von Meter-Gateway zu Energie-Management-Gateway ist sehr wichtig
- Der Zustand des Netzes/der Einspeisung bestimmt die Prozesse im Haus mit
- Optimierungspotenzial von Haushalt mit PV-Anlage
- Spannender: Virtuelles Kraftwerk in z.B. RegModHarz
- Stand-alone des Smart Grid für Strom lohnt sich nicht ⇒ Zusammenschalten von Security, Komfort etc. mit Stromeinsparung nötig, Einsparpotenziale bei Wärmegrößer
- E-Energy Modellregionen betrachten das gesamte Smart-Grid-System, Vorstellung der Akteure
- Hauke Beeck, Vattenfall Europe Innovation GmbH
- Überblick Energiewirtschaft - Wertschöpfungskette wird zu Wertschöpfungslandschaft (Smart Grid), DKE-Normungsroadmap zeigt viele Marktrollen, Kunde wird Prosumer (Endverbraucher gleichzeitig Produzent)
- Wer profitiert:
- z.B. Netzbetreiber (Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreiber), aber Bundesnetzagentur schränkt durch Regulierung die Profitabilität ein
- Messstellenbetreiber und Messdienstleister profitieren ebenfalls, bisher jedoch kein MSB, der tragfähiges Geschäftsmodell realisiert hat
- Energie-Nutzer profitieren von Effizienz
- Händler und Lieferanten können profitieren, aber wie Produzenten auch in ihren Profiten geschmälert werden
- Marktplatz-Betreiber, Energie-Dienstleister und Energie-Nutzer profitieren vor allem ⇒ Plattform für Energie-Apps könnte ein profitables Geschäftsfeld sein
- Bernd Steudtner, WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH
- Erste Impulse zu dem Thema bereits vor 15 Jahren
Rechtliche/Gesetzliche Grundlage bzw. Motivation war gegeben um Energiemanagement zu fördern - Verbrauchserfassung sollte Energieeinsparungen und Kostensenkungen bewirken; Hersteller von Automatisierungstechnik wurde ausgewählt, die Systeme bereits im Einsatz hatten
- Aktuell Zusammenarbeit mit den Stadtwerken – Smart-Meter-Projekt im Bereich Elektrizität mit 40 Wohneinheiten - "Tarifampel"
- Geothermie und Solarthermie werden in weiteren Arbeiten betrachtet
- Erste Impulse zu dem Thema bereits vor 15 Jahren
Moderation: Dr. Severin Beucker, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
Diskussion
Wie funktioniert die Tarifampel (Energiemanagementsystem von Riedel/Weißenfels)?
- Zwei Tarife
- Riedel: 15-Minuten-Takt Anzeige von z.B. ‚Wann ist hoch-Tarif?‘ Verlagerung von 50% wurde erzielt! Hängt jedoch von Zusammensetzung der Testgruppe ab. These: Beginnen mit Wärmebedarfsreduzierung, hohe Einsparung, dann weitere Potenziale ausnutzen.
Ist Wärmemanagement vielleicht das Vehikel für Energie-Management?
- Wedler: Vernetzung/Interoperabilität muss noch gestärkt werden. Kompatibilität von Strom- und Wärmemanagement. Technische Vernetzung und Vernetzung in der politischen Kommunikation. Z.B. Elektromobilität: Einfachere Speichertechnologien sind realisierbar, jedoch weniger schick (als E-Mobility). Kostenbewertung der Speichertechnologien sollte in Förderpolitik einbezogen werden.
- Riedel: Thema Energie ist Basisinnovation
Energie-Themen sind für Endkunden nicht so interessant, z.B. Consumer Electronics müssen als Vehikel genutzt werden. - Bormann: Spreizung und Höhe der Energiekosten werden in Zukunft die finanziellen Anreize stärken.
- Funktionierende Geschäftsmodelle sind bereits vorhanden (z.B. Weißenfels).
Energiebranche könnte, weil langsamer, von Telkos etc. überholt werden
- Beeck: bei Strom ist es schwieriger, aber bei Wärme ist es möglich. Anwendung muss auch nicht sexy werden.
- Teller: Nutzer müssen das System adaptieren. Nutzer (Schnäppchenjäger) reagieren, aber langsam
- Anmerkung aus dem Publikum: Zwischenschritte müssen betrachtet werden. Energieversorger müssen ihre Chance nutzen, an den Kunden heranzutreten. Kommunikationskanal ist vorhanden, wird aber nicht genutzt. Schritt für Schritt kann das Smart Home Modell erschlossen werden. 500000 Energieberatungen pro Jahr werden durchgeführt.
- Wedler: Nutzen für den Kunden noch deutlicher herausgearbeitet werden. Wer ist eigentlich der Kunde? Verschiedene Kundengruppen- hier liegt ein Unterschied zu Telkos: Mehr Vertrauen notwendig. Ein Tag ohne Strom nicht denkbar. Kostenkontrolle in der Telekommunikation hat zu Flatrates geführt. Nun wird bei Strom wieder differenziert.
- Energieversorger können Treiber sein, nehmen das aber nicht wahr.
- Regulierung spielt hier eine wichtige Rolle. Lastmanagement muss in Zukunft gemacht werden, wegen Regenerativen etc.
- Bormann: Ausbau von Kohle zum Balancieren zukünftiger Einspeisungs-Fluktuation ist keine Alternative zu Lastmanagement. Preisverfall im Großhandels-Strom EEX 20% in zwei Jahren. Im Einzelhandel um 8% gestiegen. Gewinnspanne muss vorhanden sein.
- Riedel: Smart Meter forciert, aber keine dynamischen Tarife vorhanden.
- Steudtner: Energieeinsparungen im Wärmemarkt können viel CO2 einsparen. Versuch hat 6% Einsparung realisiert.
Das Ziel lautet: Energie soll eingespart werden. Hat Heimautomatisierung überhaupt einen Einfluss?
- Anmerkung aus dem Publikum: Ausbaden muss es der Kunde. Leidensdruck ist bisher überschaubar. Investitionen müssen gerechtfertigt sein. Haushaltsgeräte werden in langen Zyklen erneuert. Wie kann das Thema besser kommuniziert werden?
- Anmerkung aus dem Publikum: Smart Metering hat (nach 2-3 Jahren Disussion) die Bedeutung von Wärmeenergie entdeckt. Wenig ökonomische Rationalität im Emissions-Handel/Vermeidung. Zertifikate vs. KfW-Vermeidung. Rationalität ist nicht ausgelotet.
- Beeck: Gesellschaftliche Herausforderung: erneuerbare Energien ausbauen. Niemand profitiert allein genug, um das Home-Automation-System zu realisieren. Eine Säule ist Entertainment, eine andere die Einsparungen im Energiebereich. BHKWs und große Gebäude sind guter Hebel, Energiemanagement zu fördern. Wohnungswirtschaft muss eingebunden werden - Anwendung wie Z.B. Netzlast-geführte KWK.
- Riedel: Konvergenz von Energie und Entertainment/Automatisierung findet statt.
- Argument des Umweltministeriums: Energiekonzept (85% Emissionen sollen reduziert werden). Primärenergetischer Vorteil von BHKWs schwindet mit zunehmender Durchdringung von Regenerativen Energiequellen. – Effekt kann mit Regenerativem Gas geschmälert werden.
Fazit
Als wichtigster Treiber für das Smart Home könnte sich das Energiemanagement herausstellen.
Rahmenbedingungen können von Seiten der Politik gestärkt werden.
Energiemanagement muss auf die Plattform für Multimedia aufsetzen, um Akzeptanz bei Nutzern zu erfahren.
Unterlagen
Vortrag Wedler |
Vortrag Bormann |
Vortrag Beeck |
Vortrag Steudtner |




